MARIO PALM |
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Man wird ja immer komischer, sagen manche Leute. Meinen aber dich, also mich. Denkste, sie meinen sich und denken, sie meinen mich. Nun, wie dem auch sei, die Leute denken eben, wie ich auch denke. Alle denken. Könnte man sagen: Nicht denken, gucken! Riechen, hören, tasten, schmecken, ahnen, lutschen! Feeling. Alle Sinne bereit, Neuigkeiten und Altigkeiten mit Muße und Liebe zu beäugen. Vielleicht auch mit Argwohn oder Mißgunst oder Neid oder arglos, fromm, entrückt oder verrückt, gebildet oder mißbilligend. Was weiß ich, es gibt ja alles.
Wenn es alles gibt, warum ist dann manches schlecht und manches gut?
Naja, man weiß halt, wo man hingehört. Ins Museum oder in einen Techno-Club oder nach Hause. Ich bevorzuge zu Hause. Also von der Oftigkeit her. Im Museum hab ich mal was vermurkst. Da wollte ich einem jungen Ding, 22, erklären, wie das so ist mit der Kunst. Die wußte viel mehr als ich. Ich dachte, nun, so ein Wessi-Teil eben. Die wissen eh mehr als sie wissen. Ich habe die Dame nie wieder gesehen. Schade, die hätte recht gut zu mir gepaßt.
Manchmal stehe ich morgens früh auf, so gegen 8. Manchmal gegen 9 oder 12. Bei schönem Wetter eher als bei schlechtem. Wenn ich auf dem Dancefloor war, spät. War ich zu Hause, zeitig. Was wieder für zu Hause spricht.
Morgens malen kommt gut. Dann kann man mittags telefonieren und sich nachmittags im Café treffen. Malen am Nachmittag hält einem den Abend offen. Nachts malen geht nicht, weil da schläft man ja.
So stelle ich mir das Leben als Künstler vor. Und dann ist wieder ein Bild fertig.