MARIO PALM |
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Ich finde Porsche fahren nicht schlimm. Oder mit einer Frau einkaufen gehen und sagen: Egal was der Fummel kostet, kauf das Ding, aber mach schnell. Geht aber nicht, weil ich die Kohle nicht habe. Ich hole meinen Kram bei Penny. Ist billiger. Manchmal hole ich auch Lachs und teures Zeug vom Ise-Markt. Das meiste kaufe ich, wenn ich pleite bin, mit der EC-Karte. Nimmt Karstadt und auch die Tanke - ab 10 Mark. Pulle Wein und Zigaretten ist schon drüber. Ich hatte mal gar nichts mehr. Habe ich mir einen Staubsauger geholt mit der Karte. Der stand dann auf so einer Obstkiste in meinem Zimmer, wie eine Skulptur auf einem Sockel. Habe ich bestimmt 3 Wochen nicht angerührt, weil das so schön aussah.
Ist schon schlimm, die meisten Leute gehen arbeiten und bekommen Geld dafür. Als Künstler arbeitest du, und das kostet auch noch. Sagen wir mal als noch nicht erfolgreicher Künstler. Man lebt ja wie so ein ideeller Mensch. Wie Gott. Man glaubt da an eine Sache, und dann wurstelt man los. Die Leute fragen immer: Wovon lebst Du eigentlich? Manchmal sage ich dann: Von dem blauen Himmel und den Vögeln, die drin rumfliegen. Apropos Vögeln. Früher war das ja so, da hat man ab und zu eine Frau mit nach Hause genommen. Oder ist zu einer hingegangen. Ich meine, in der DDR war das so. Heute ist das anders. Und ich vermute, das liegt auch an dem Geld, was man nicht hat. Vielleicht liegt das auch am Alter. Was heute ein verhärmtes Stück ist, war ein paar Jahre jünger noch ganz anmutig. Ich meine nicht körperlich, eher so die Verfassung. Und die ganz jungen Dinger will man ja auch nicht mehr. Oder man ist noch nicht alt genug dafür.
Mit dem Kochen ist das auch so. Da fängst du irgendwann damit an und findest Spaß dran. Dann lädt man Leute ein, und die finden das ganz toll und sagen, super geschmeckt. Manche fragen auch: Wo hast du das denn her? Ich sage, ich bin so geboren. Rezepte habe ich nie gelesen. Kann gar nicht lesen, jedenfalls nicht soviel, muß ja auch die ganze Belletristik lesen. Naja, und dann merkt man, wie teuer so ein Essen für, sagen wir mal, 4 bis 9 Leute ist. Und man kann ja nicht jedesmal gleich an der Tür stehen und den Hut hinhalten.
Für Frauen habe ich auch schon gekocht. Ich meine so eine Eins-zu-eins-Situation. Mache ich jetzt nicht mehr. Die verdrehen nur die Augen und tun so genießerisch, überlegen aber noch beim Futtern, wie sie da wieder heil rauskommen. Da habe ich keinen Bock mehr drauf. Ein bißchen Dankbarkeit muß schon sein.
Der Hartmann macht auch so Sachen. Der ist jetzt mit dem Lancer durch die Waschanlage durch, weil er glaubt, die Weiber stehn da drauf, auf so einen sauberen Schlitten.
Naja, jedenfalls ist dann das Geld immer alle, und es dauert, bis wieder was reinkommt. Dann ist man froh, wenn man noch ein bißchen Farbe und eine saubere Leinwand hat. Da kann man dann wieder rummalen und Geld sparen.